Rechts gegen Rechts 2.0

Nach dem großem Erfolg des ersten unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands, wurde es 2015 Zeit für den nächsten Schritt: Die Fortführung als Self-Service-Platform für Spendenläufe in der ganzen Republik.

2015
EXIT Deutschland
politics social
Technisches Konzept Screendesign Software-Entwicklung

2014 konzipierten Grabarz & Partner, sowie GGH Lowe die Aktion Rechts gegen Rechts.  Denn jedes Jahr marschierten im kleinen Städtchen Wunsiedel eine ganze Menge Nazis auf. Die Lösung: Für EXIT-Deutschland wurde dieser Aufmarsch in den unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands verwandelt: Mit jedem gelaufenen Meter der Nazis wurde ein fester Betrag gespendet. Das bedeutete: Umso weiter marschiert wurde, desto mehr Spenden flossen an EXIT. Die Nazis liefen also gegen sich selbst.

Ausgezeichnet mit 12 Löwen, 16 mal ADC, 5 mal D&AD, dem Politikaward und dem Troll des Jahres des Chaos Computer Club ist sie mittlerweile einer der erfolgreichsten Social-Cases überhaupt. Dabei erfolgte die Liveberichterstattung auf dem One-Pager rechts-gegen-rechts.de, der gleichzeitig als Presseportal und Socialhub diente.

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Client Brief

Nach der erfolgreichen ersten Aktion, entstand der Wunsch das Prinzip auch auf andere Städte zu übertragen, damit deutschlandweit Spendenläufe durchgeführt werden können. Jeder Lauf wird dabei von einem Organisator der Stadt betreut. Spenden würden über lokalen Unternehmen gesammelt und fließen am Ende in verschiedene EXIT Projekte, die den Ausstieg der Nazis aus der rechten Szene weiter vorantreiben sollen.

Herausforderungen

Das bisherige Design musste adaptiert und dabei in einem Zug verfeinert und breiter aufgestellt werden, damit verschiedenste (neue) Inhalte gespielt werden konnten. Die Website musste leicht zu warten sein, die Städteseiten am besten durch Organisatoren der Städte selbst. Schließlich sollte am Ende für die Mitarbeiter von EXIT so viel Zeit in ihre eigentliche Aufgabe fließen. Einheitsbrei machen wir nicht: Städteseiten sollten sich voneinander abheben. Da die Nazis schon ziemlich geärgert werden, mussten Angriffe auf die Website effizient abgewehrt werden können. Der Twitter-Liveticker sollte alle Tweets zum Thema anzeigen. Und vor allem: Konfetti.

Konzept & Umsetzung

Schnell wurde klar, dass der Neuaufschlag vor allem als Platform am besten funktioniert, denn wir haben viel gute Erfahrung mit Self-Service-Platformen sammeln können. Damit war es beschlossene Sache, dass der Platformgedanke den bisherigen One-Pager Ansatz ablöst.  

Wir identifizierten und definierten Elemente - wie den Liveticker, die Spendenstandsanzeige, die Auflistung der Presseartikel - als wiederverwendbare Module. Diese konnten, je nach Bedarf, ganz oder in Teilen auf der Startseite und den Städteseiten frei kombiniert werden.

Weiter wurden Farbpaletten angelegt, mit denen einer Stadtseite leicht ein individuelles Theme verpasst werden konnte, ohne dabei zu zufällig zu erscheinen und aus der Corporate Identity zu fallen.

Als Content-Management-System (CMS) wählten wir Bureau. Eigens für Rechts gegen Rechts rüsteten wir Bureau mit zusätzlichen Sicherheitsfeatures auf, um es vor den Nazis sicher zu machen. 

Der Liveticker konnte aber nicht einfach alle Tweets zu einem Hashtag anzeigen, denn: So ein Hashtag ist leicht von Gegnern gekapert, wenn diese ihre hässlichen Tweets entsprechend verschlagworten. Die Lösung war, nur die Tweets anzuzeigen, die der rechtsgegenrechts Twitter-Nutzer mit einem Gefällt Mir markiert hatte. So konnten auf Tweets direkt von Twitter aus an die Website gesendet werden.

Für die Organisatoren implementierten wir ein Registrierungsformular. Wenn diese ihr Interesse bekundet hatten, konnte ihr Benutzerkonto mit einem Klick verifiziert werden. Dabei entsteht die Städteseite von ganz allein. Ein Theme wird dabei völlig automatisch ausgewählt, so dass keine weitere Konfiguration mehr notwendig ist.

Das Ergebnis

Bis heute konnten in über 6 Spendenläufen in 2015 insgesamt über € 30.000 gesammelt werden.

Die Startseite gibt dabei Überblick über die Geschichte der Aktion und dient gleichzeitig als Aggregator für Pressemitteilungen der einzelnen Spendenläufe.  Die Städteseiten wurden auf eigenen Unterseiten untergebracht. Erreichbar sind die Unterseiten über einfach lern- und teilbare Links (z.B. rechts-gegen-rechts.de/wunsiedel) oder man springt von der Startseite einfach in eine Stadt hinein.

Besonders zufrieden waren wir mit der Effizienz, die die Einteilung in visuelle/funktionale Module brachte.

Die Website wird von uns weiterhin betreut und langfristig mit Updates versorgt. Die Zusammenarbeit mit EXIT und den Agenturen war großartig. Gerne wieder!

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